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(Til Pastor Koeppen.)

Skien, 10 März 1825.

Theurer Lehrer! Stark, sehr stark hat mich die Nachricht von dem Unglücke, das ihr Land getroffen hat, erschüttert. Am fünften Februar, so melden unsere Zeitungen, wurde die ganze Küste von der Elbe an bis zu der Mündung des Rheins von einem fürchterlichen Orcane überschwemmt. Kaum kann ich mir vorstellen, was Ihr niedrig liegendes dem unbändigsten der Elemente preisgegebenes Land gelitten haben muss. Das ganze schöne fruchtbare Land wieder dem Elemente überlassen, aus welchem es entstanden ist! Unselige Stunde, in welcher die durch Jahrhunderte widerstehende Mauer dem unschonsamen Feinde unterliegen musste! In welcher vieles um Vermögen und Leben gekommen sind! Wie glücklich muss doch nicht der sich preisen, welcher sich in einem von uralten himmelshohen jedem Angriffe widerstehenden Felsen beschützten Lande befindet! Ich hoffe aber, dass weder Sie noch die Ihrigen wegen der ziemlichen Entfernung von der Meeresküste etwas bei dieser Ueberschwemmung gelitten haben.

Ich hin jetzt meinem Ziele etwas näher gekommen, da ich mich seit Weihnachten hier in Schien, einer kleinen (etwa wie Norden) 10 Stunden von Krageroe entfernten Stadt, auf der Schule befinde. Sie ist neulich gestiftet und hat nur vier Lehrer. Ausser fünf Sprachen sind: Mathematik Rhetorik, alte und neue Geschichte, alte und neue Geographie, Kirchengeschichte, Römische Antiquitäten und Zeichnen Hauptgegenstände des Unterrichts. Sie können daraus schliessen, dass, obgleich ich in der ersten Klasse bin, es doch Zeit ausnehmen wird, ehe ich Universitäten besuchen kann. Zuletzt ersuche ich Sie mir die Güte zu zeigen für mich fölgende Bücher zu verschreiben: Schellers lateinisch-deutsches und deutsch-lateinisches Wörterbuch, nämlich das kleinere, welches im ganzen aus drei Bänden besteht – also nicht das, was